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Wer Pes in über fünf Jahren entstandenes Erstlingswerk wegen den Onkelz liest, wird enttäuscht werden, denn diese werden auch nicht am Rande erwähnt, ebenso wenig wie Pe auch nur das geringste Detail von sich selbst preisgibt.
Wer das Buch wegen Pes vielgepriesenem Humor liest, wird enttäuscht, denn er reißt keinen einzigen Witz und versucht gar nicht erst, den Leser auch nur ein einziges Mal zum Schmunzeln zu bringen.
Wer das (zumindest ursprünglich) nur über das Onkelz-Merchandise vertriebene 130-Seiten-Büchlein zur Unterhaltung liest, wird enttäuscht, denn es gibt weder eine Handlung (nicht einmal einen roten Faden, ein klares Konzept oder ein durchgängiges Thema!), noch verleitet der Schreibstil (eine eigenartige Mischung aus hochgestochener Sprache und gossenhaftem Umgangston) zum Lesen.
Wer von dem im übrigen durchaus professionell aufgemachten und hochwertig gedruckten Buch die philosophische Erleuchtung erwartet, wird wohl enttäuscht, da zwischen den durchaus intelligenten Betrachtungen auch reichlich sinnloses Geschwafel zu finden ist - sogar für ein dadaistisches Gedicht war Pe sich nicht zu schade.
Wer das mit rund 20 selbsterstellten Grafiken illustrierte und damit wenigstens etwas aufgelockerte Buch als Ratgeber für Lebensfragen liest, wird wohl enttäuscht, da das Geschriebene meist vage bleibt und zudem an ein Kindergarten-Pädagogik-Buch oder eine Sektenfibel erinnert (aus etwa einem solchen Buch muss er auch volle fünf Seiten einfach abgeschrieben haben, wobei er den Titel jedoch verschweigt).
Wer das Buch liest, weil ihm die regelmäßigen philosophischen und gesellschaftspolitischen Beiträge von Pe für die B.O.S.C.-Zines gefallen haben, der dürfte ebenfalls enttäuscht werden, denn obwohl er sich freilich thematisch daran orientiert, ist, was dort vergleichsweise locker geschrieben und zuweilen sogar amüsant oder lehrreich war, in Buchform nur schwer verdaulich. Sogar dann noch, wenn Pe für die letzten 30 Seiten das System von jeweils etwa einseitigen Kapiteln aufgibt und nur noch kurze, Aphorismen-artige Einzelsätze von sich gibt.
Der eine oder andere mag vielleicht aus irgendwelchen Gründen sogar Gefallen an dem Buch finden - ich persönlich finde trotz (oder möglicherweise wegen?) einer soliden Grundbildung beim besten Willen keinen Zugang zu "Sophisticated". Einen Gnadenpunkt für die erste schriftstellerische Leistung eines Onkels, keinen für die Qualität - wie der Autor selbst schreibt: "Der Inhalt zählt". Hoffen wir auf bessere weitere Bücher und das Soloalbum aus dem Hause Schorowsky.
Schon gewusst?
"Sophisticated" ist ein Wort mit unzähligen Übersetzungsmöglichkeiten, heißt in dem Zusammenhang aber hochentwickelt, erfahren. Ein "Sophisticated Alien" - so lautet der Titel nämlich überall, außer auf der Titelseite - wäre also ein hochentwickelter Außerirdischer oder Fremdling. |
Allgemeiner Hinweis zu allen Büchern: Bei Büchern, die sich nicht hauptsächlich mit den Onkelz befassen, bezieht sich die Wertung nicht unbedingt auf die tatsächliche Qualität des Buches, sondern eher auf den Onkelz-Inhalt und den "Nutzen" für Onkelz-Fans.
dunklerort.net-Fazit: Pseudophilosophisches Blabla aus der Feder des Onkelz-Drummers |           | Durchschnittswertung aus 15 Fanwertungen: 8.3 Punkte |           |
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